Alliierte Zonen

Einige Monate vor dem Ende des II Weltkriegs erfolgte ein diplomatisches Treffen der alliierten Staatschefs von Amerika (Rossevelt), England (Churchill) und der Sowjetunion (Stalin). Dieses Treffen ging als Konferenz von Jalta in die Geschichte ein. Zu den Tagungspunkten zählte die Aufteilung des Deutschen Reichs in Zonen nach dem gewonnenen II. Weltkrieg sowie die Ausrichtung einer neuen Weltordnung.

JaltaNach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 6. Mai 1945 und der Besetzung des Landes durch die alliierten Siegermächte erfolgte dann die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen.

Beim Einmarsch der Besatzungstruppen überlappten die militärischen Handlungen noch die vorgegebenen Grenzziehungen der späteren besetzten Gebiete. So kam es vor, dass amerikanische bzw. englische Truppen  Teile des Gebiets der späteren sowjetischen Zone einnahmen. Wie auf der Konferenz von Jalta und London ausgehandelt, zogen sich bis zum Herbst 1945 alle alliierten Militäreinheiten auf ihr zugewiesenes Territorium zurück.

Konferenz von Jalta, 1945, Quelle: Grenzlandbildstelle

An den Schnittstellen der nun eingerichteten Besatzungszonen wurden erste Sperren sowie Kontrollpunkte errichtet. Die Kontrollen unter den westlichen Zonen war hierbei zumeist eher sporadischer Natur. Von Seiten der sowjetischen Besatzungszone erfolgten bereits kurz nach Einmarsch der russischen Truppen umfängliche Abrieglungs- und Sperrmaßnahmen in Richtung zu den westlichen Zonen. Der Staatschef Frankreichs hatte bei den Konferenzen der alliierten Kriegsgewinner im Jahr 1945 nicht teilgenommen. Im Nachgang erhoben die alliierten Besatzungsmächte Frankreich ebenfalls als Kriegsgewinner mit eigener Besatzungszone.

2In allen Besatzungszonen wurden die Länder neu gegründet, die Alliierten setzten daraufhin von ihnen ernannte Ministerpräsidenten ein. Die bis zur Wiedervereinigung erste und letzte gemeinsam Konferenz aller Länder (auch der fünf Länder in der sowjetischen Besatzungszone) erfolgte am 6. und 7. Juni 1947 in München.

Im Jahr 1949 erfolgte die Gründung der Bundesrepublik Deutschland auf dem Gebiet der amerikanischen, englischen und französischen Zone. Mit Ausnahme von Bayern hatten alle westlichen Länder der Gründung zugestimmt. Das Territorium der westalliierten Siegermächte von Berlin (West) erhielt den Status eines besonderen Gebiets. Die Bürger aus dem Westteil der Stadt erhielten keinen Bundesdeutschen Personalausweis, sie erhielten ein sogenanntes „Berliner Ausweisdokument“.

Zonenkontrollpunkt, Englische-Russische Zone, Quelle: Grenzlandbildstelle

Auf dem Territorium der sowjetischen Zone erfolgte im Gegenzug die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik. Mit den Leitlinien der Gründung wurde bereits die alleinige Herrschaft der Staatspartei SED begründet und vom politischen Zentrum Ostberlins in alle öffentliche Verwaltungen eingebracht.

Für die Bundesrepublik Deutschland endete förmlich im Jahr 1955 mit Abschluss des Deutschlandvertrags die Besatzungszeit. Einige Vorbehalte der Westalliierten hatten bis zur Einheit Deutschlands bestand. So wurden u.a. Fragen im Bezug auf Deutschland als ganzes sowie der Stationierung von ausländischen Soldaten in der Bundesrepublik Deutschland  in weiteren Vereinbarungen und Verträgen ausgehandelt.

Karte 

Mit dem Abschluss des Deutschlandvertrags im Jahr 1955 trat die Bundesrepublik Deutschland auch dem Nordatlantischen Bündnis (NATO) bei. In den weiteren Jahren, bis 1990 zeigte sich, dass große Truppenkontingente der westalliierten Streitkräfte in den einst zugesgesprochenen Besatzungsgebieten auf bundesdeutschen Gebiet stationiert wurden.

In erster Linie handelte es sich bei diesen Truppen um Einheiten des Feldmilitärs, aber auch militärische Spezialverbände der taktisch-nuklearen Kriegsführung.

Karte mit Einzeichnung der Zonen, Quelle: Grenzlandbildstelle

 

Hinweise zur Denkmalforschung

Bauliche Zeugnisse aus der Zeit der Besatzungszonen in Deutschland finden sich  heute eher selten. So zählen Anlagen und Baulichkeiten von Kriegsheimkehrern, Zonenkontrollpunkte, Zollgebäude, Markierungen an den Schnittstellen der Zonen oder Sperren an den Grenzen der Zonen zu den wenigen aussagefähigen Sachzeugnissen dieser Zeit.