{"id":20,"date":"2013-06-30T13:02:25","date_gmt":"2013-06-30T11:02:25","guid":{"rendered":"http:\/\/grenzdenkmale.de\/?page_id=20"},"modified":"2024-06-04T13:18:48","modified_gmt":"2024-06-04T11:18:48","slug":"innerdeutsche-grenze","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/grenzdenkmale.de\/?page_id=20","title":{"rendered":"Innerdeutsche Grenze"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Mit der Gr\u00fcndung beider deutscher Staaten im Jahr 1949 wurde der Verlauf der Grenzziehung zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland die unverr\u00fcckbare Schnittstelle der unterschiedlichen Ost-West-Weltanschauungen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Im Jahr 1952 wurden bereits unter Nachdruck der Sowjetunion erste Sperranlagen auf dem DDR-Territorium errichtet. In der Polizeiverordnung der DDR vom 26. Mai 1952 war bereits die Einf\u00fchrung eines Grenzgebietes mit Sperrzone und Schutzstreifen, entlang der Demarkationslinie vorgesehen. In dieser Zeit, bis ca. 1955 kontrollierten noch sowjetische Soldaten in Verbindung mit der Deutschen Grenzpolizei der DDR den Grenzverlauf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/?attachment_id=166\" rel=\"attachment wp-att-166\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-166 alignleft\" src=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Seite-13-300x212.jpg\" alt=\"Seite 13\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Seite-13-300x212.jpg 300w, https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Seite-13-624x442.jpg 624w, https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Seite-13.jpg 997w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Neben eher provisorischen Sperrgr\u00e4ben oder Bretterverschl\u00e4gen wurden erste Beobachtungst\u00fcrme aus Holz errichtet. Unmittelbar am Grenzverlauf erfolgten erste Rodungs- und Baumf\u00e4llarbeiten. Ein ca. 10 Meter breiter Gel\u00e4ndestreifen wurde zu Kontrollzwecken angelegt. Dieser sogenannte 10-Meter Streifen sollte ein m\u00f6glichst freies Sicht- und Schussfeld darbieten. Auch Farbmarkierungen und erste Warn- sowie Hinweistafeln in Richtung Westdeutschland wurden angebracht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Anlegen des 10-Meter-Kontrollstreifens.<br \/>\nQuelle: Grenzlandbildstelle<\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">In den 1960er Jahren erfolgte dann der l\u00fcckenlose Ausbau des Grenzstreifens mittels Zaunanlagen aus Metall, auch erste Beobachtungst\u00fcrme in Betonbauweise sowie Bunkeranlagen kamen hinzu.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Im Gel\u00e4nde erfolgten zahlreiche Schanzt\u00e4tigkeiten. So errichteten DDR-Grenzsoldaten in den Jahren 1961\/1962, anl\u00e4sslich des Mauerbaues in Berlin und der Kubakrise Feldwachen sowie Ausweichstellungen f\u00fcr die Truppen. Der Hintergrund dieser umf\u00e4nglichen Baut\u00e4tigkeiten im Gel\u00e4nde findet sich in der, von der DDR-F\u00fchrung bef\u00fcrchteten, kriegerischen Reaktion des Westens auf Mauerbau und Kubakrise. Es erfolgte im September 1961 die Umbenennung der Deutschen Grenzpolizei in \u201eKommando Grenze der Nationalen Volksarmee\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Die 1970er Jahre waren durch einen sch\u00e4rferen Umgangston seitens der DDR-F\u00fchrung gepr\u00e4gt. Es wurden allerdings auch zahlreiche deutsch-deutsche Verhandlungen auf politischer Ebene durchgef\u00fchrt. So kam es 1972 zum Grundlagenvertrag mit eingeschr\u00e4nkten Reisem\u00f6glichkeiten. Auch wurden Grenz\u00fcbergangsstellen f\u00fcr PKW sowie f\u00fcr den Schienenverkehr errichtet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Mitte der 1970er Jahre nahm auch eine gemeinschaftliche Grenzkommission ihre Arbeit auf. In diesem Zusammenhang wurde der Grenzverlauf neu beschrieben, vermessen und mit Grenzmarkierungen versehen. Im Rahmen dieser T\u00e4tigkeiten wurde von den Ost- und Westdeutschen Vermessungsfachl\u00e4uten der Grenzverlauf mit 1393 Kilometer L\u00e4nge angegeben. Im Verlauf der innerdeutschen Grenze kam es in dieser Zeit auf dem Gebiet der DDR zu umf\u00e4nglichen Modernisierungsma\u00dfnahmen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/?attachment_id=169\" rel=\"attachment wp-att-169\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-169 alignright\" src=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Unbenannt11-300x193.jpg\" alt=\"Unbenannt11\" width=\"300\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Unbenannt11-300x193.jpg 300w, https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Unbenannt11-624x402.jpg 624w, https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Unbenannt11.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Auch die milit\u00e4rische F\u00fchrungs- und Sicherungsstruktur der DDR-Grenztruppen wurde ver\u00e4ndert und den politischen Vorgaben zur konsequenten Abriegelung des sogenannten \u201eAntifaschistischen Schutzwalls\u201c angepasst. Im Februar 1974 kam es nun zur Umbenennung des Kommandos Grenze der Nationalen Volksarmee in Grenztruppen der DDR. Die DDR-Grenzstaffelung umfasste in den 1980er Jahren durchwegs ein Grenzgebiet mit ca. 5 Kilometer Sperrzone.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Darstellung der DDR-Grenzstaffelung, Stand: 1988.<br \/>\nQuelle: Bundesgrenzschutz (Zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken.)<\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Die Kontrolle der Sperrzone unterlag der Deutschen Volkspolizei &#8211; Abteilung Grenze. Diese speziell geschulten Polizeikr\u00e4fte kontrollierten die Schnittstelle des Grenzgebietes zum Inland der DDR nach ausgekl\u00fcgelten Einsatzvarianten. Hierbei konnten auch die Schutzhundestaffel der Volkspolizei, oder die Kriminalpolizei zum Einsatz kommen. Auch die DDR-Transportpolizei machte bereits noch weiter im Inland der DDR, z.B. auf Bahnh\u00f6fen gezielte Personenkontrollen. Jedes unerlaubte Betreten oder Befahren der Sperrzone war verboten, Verst\u00f6\u00dfe wurden polizeilich verfolgt und standen unter Strafe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/?attachment_id=196\" rel=\"attachment wp-att-196\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-196 alignleft\" src=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Seite-240-02-300x205.jpg\" alt=\"Grenzsignalzaun\" width=\"300\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Seite-240-02-300x205.jpg 300w, https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Seite-240-02-624x427.jpg 624w, https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Seite-240-02.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Der Sperrzone folgte in Richtung Grenzverlauf der Grenzsignal- und Sperrzaun. Dieser hochsensible Elektrozaun ummantelte den sogenannten Schutzstreifen. Der Schutzstreifen, welcher einer milit\u00e4rischen Hochsicherheitszone glich, wurde von Soldaten der DDR-Grenztruppen akribisch kontrolliert und \u00fcberwacht. Der Schutzstreifen umfasste ca. 500 Meter in der Tiefe und durfte nur in Ausnahmen betreten und befahren werden. Alle weiteren unerlaubten \u00dcbertritte wurden von den DDR-Grenztruppen verhindert.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 10pt;\">Grenzsignal- und Sperrzaun mit Tor.<br \/>\n<\/span><\/strong><strong><span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: Grenzlandbildstelle<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Laut Anweisung der DDR-F\u00fchrung waren Grenzverletzer in letzter Konsequenz zu vernichten. Es bestand Lebensgefahr! In diesem milit\u00e4risch aufgebauten Gel\u00e4ndestreifen standen Beobachtungst\u00fcrme verschiedener Ausf\u00fchrungen aus Beton, Erdbeobachtungsbunker, Hundelaufanlagen, Erdstellungen zur Aufkl\u00e4rung und Verteidigung sowie eine ganze Reihe von milit\u00e4rischen Signal- und Kontrollanlagen. Im unmittelbaren Zusammenhang zur tats\u00e4chlichen Grenzlinie erstreckte sich nun ein ca. 6 Meter breiter Spurensicherungsstreifen, der Kfz-Sperrgraben, die Zaunanlage, sowie das Minenfeld. Den Abschluss der Grenzaufbauten in Richtung Westdeutschland bildete das vorgelagerte Hoheitsgebiet, hier standen auch die markanten DDR-Grenzs\u00e4ulen. Der tats\u00e4chliche Grenzverlauf war von der DDR-Seite mit Grenzsteinen aus Granit, diese trugen die einseitige Aufschrift DDR, versehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Auch die sowjetischen Soldaten (GSSD) machten ihre Anspr\u00fcche als Sieger des II. Weltkrieges, im Verlauf der innerdeutschen Grenze geltend. So wurden schon in den 1960er Jahren Holzt\u00fcrme und Aufkl\u00e4rungsbunker mit Feldstellungen im Bereich der Grenzlinie erbaut. Als Standort w\u00e4hlten die verantwortlichen durchweg exponierte Lagen, meistens noch au\u00dferhalb des DDR-Grenzgebietes. Diese sowjetischen Milit\u00e4ranlagen wurden bis Ende der 1980er Jahre st\u00e4ndig erweitert und zur Feindaufkl\u00e4rung genutzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Auch auf der Seite der Bundesrepublik Deutschland erstreckte sich die innerdeutsche Grenze. Die Bundesl\u00e4nder Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen und Bayern hatten Anteil am Grenzverlauf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/?attachment_id=176\" rel=\"attachment wp-att-176\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-176 alignright\" src=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Seite-86-300x251.jpg\" alt=\"Seite 86\" width=\"300\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Seite-86-300x251.jpg 300w, https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Seite-86-624x523.jpg 624w, https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Seite-86.jpg 916w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>In den Jahren bis 1949\/1950 kontrollierten noch unterschiedliche Polizeieinheiten (diese waren teilweise von den westalliierten Siegerm\u00e4chten eingesetzt) den westlichen Teil der Zonengrenze. Mit dem Jahr 1952 erfolgte dann die Gr\u00fcndung eines Bundesgrenzschutzes. Dieser sollte alle Aufgaben der Grenzkontrolle und Sicherung am deutsch-deutschen Grenzverlauf wahrnehmen. Am Grenzverlauf wurden Farbmarkierungen sowie erste Warn- und Hinweistafeln angebracht. Auch der Zollgrenzdienst kontrollierte den Bereich der innerdeutschen Grenze mit eigenen Spezialkr\u00e4ften.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Grenzinformationspunkt mit Farbmarkierungen und Warntafeln.<br \/>\nQuelle: Grenzlandbildstelle<\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Das Bundesland Bayern hatte einen Sonderstatus in Verbindung mit der Grenzkontrolle auf seinem Territorium. So unterhielt Bayern eine eigene Grenzpolizei. Diese war Teil der Landespolizei und regelte polizeiliche Aufgaben bis ca. 30 Kilometer in das Landesinnere Bayerns.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">In den 1980er Jahren waren entlang der bundesdeutschen Landesgrenze Informationspunkte mit Hinweistafeln und Grenzmarkierungen aus Kunststoff angebracht. In den Bundesl\u00e4ndern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hessen waren die Kunststoffmarkierungen mit einem rot-orangenen Kopf versehen. Im Bundesland Bayern fanden sich zus\u00e4tzlich identische Markierungen mit blauen Kopfteil.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">In den grenznahen Gemeinden konnten Grenzinformationsstellen errichtet gewesen sein. Diese wurden in erster Linie von engagierten Personen oder von den Beamten des Bundes und der L\u00e4nder betreut. Auch Aussichtst\u00fcrme f\u00fcr den \u201eBlick nach dr\u00fcben in die Zone\u201c gab es. Von hier aus konnten Grenzwanderungen und F\u00fchrungen zumeist beim Zollgrenzdienst arrangiert werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Ebenfalls unterhielten die westalliierten Streitkr\u00e4fte spezielle Truppenverb\u00e4nde zur Kontrolle und Aufkl\u00e4rung in Richtung zur DDR. Grunds\u00e4tzlich sollten die Grenztruppen der DDR durch diese westalliierte Milit\u00e4rpr\u00e4senz nicht provoziert werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/?attachment_id=179\" rel=\"attachment wp-att-179\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-179 alignleft\" src=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/m551m113a1border79ic9-300x197.jpg\" alt=\"m551m113a1border79ic9\" width=\"300\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/m551m113a1border79ic9-300x197.jpg 300w, https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/m551m113a1border79ic9-624x410.jpg 624w, https:\/\/grenzdenkmale.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/m551m113a1border79ic9.jpg 912w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> Am deutsch-deutschen Grenzverlauf der Bundesl\u00e4nder Schleswig-Holstein und Niedersachsen waren Soldaten der britischen Rheinarmee mit der Grenzaufkl\u00e4rung befasst. Diese waren zumeist in Verbindung mit den westdeutschen Kontrollorganen t\u00e4tig. Frankreich unterhielt keine eigenen Truppenverb\u00e4nde am deutsch-deutschen Grenzverlauf. Die amerikanischen Streitkr\u00e4fte hatten milit\u00e4rische Sondereinheiten, teilweise unmittelbar am Grenzverlauf zur DDR in den Bundesl\u00e4ndern Hessen und Bayern stationiert.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 10pt;\">Amerikanische Panzerverb\u00e4nde, unmittelbar am Grenzverlauf<br \/>\nzur DDR. Quelle: Grenzlandbildstelle<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><b>\u00a0<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Hinweis zur Denkmalforschung<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Die baulichen Hinterlassenschaften am ehemaligen deutsch-deutschen Grenzverlauf nehmen einen besonderen Status innerhalb der denkmalhistorischen Entscheidungsfindung ein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Gerade unter dem Aspekt, dass so gut wie in jedem der ehemals 58 Grenzabschnitte und Berlin noch aussagef\u00e4hige Reste der umf\u00e4nglichen DDR-Grenzstaffelung zu finden sind, machen die Denkmalforschungen innerhalb dieser Thematik so einzigartig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Zu den Baudenkmalen z\u00e4hlen hierbei; Anlagen und Geb\u00e4ude der Deutschen Volkspolizei &#8211; Abteilung Grenze und dem DDR-Zoll sowie alle milit\u00e4rischen Sperr-, Kontroll- oder Unterkunftsbereiche der DDR-Grenzkontrollorgane. Diese k\u00f6nnen Kasernen, Zaunanlagen, Bunker, Beobachtungs- und F\u00fchrungst\u00fcrme, Fahrwege sowie Grenzmarkierungen sein. Auch Baulichkeiten, welche zu Fluchtversuchen aus der DDR genutzt wurden, z\u00e4hlen zu dieser Thematik. Feldstellungen sowie Geb\u00e4ude und Bunkeranlagen der alliierten Streitkr\u00e4fte, welche mit der Grenzkontrolle befasst waren, sind dieser Denkmalsparte zuzurechnen. Das Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit hatte ebenfalls mit eigenen Angeh\u00f6rigen einen Anteil an der umf\u00e4nglichen Westaufkl\u00e4rung, unmittelbar am Grenzverlauf. Diese spezifischen Baulichkeiten, z.B. Erstellung sind dieser Denkmalsituation zuzuordnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Einen denkmalhistorisch aussagekr\u00e4ftigen Status bilden im Verbund zu den Baudenkmalen erhaltene Bodendenkmale.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Diese Erdstellungen, Sperrgr\u00e4ben sowie Grenzmarkierungen geben Aufschluss \u00fcber die Aufgabenstellung und Wirkungsweise der umf\u00e4nglichen milit\u00e4rischen Grenzsicherungsvorgaben der DDR.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Im Gesamtbild sind nur in Verbindung mit diesen arch\u00e4ologischen Sachzeugnissen der stetige Wandel sowie die unmenschliche Wirkungsweise der DDR-Sperranlagen ab den fr\u00fchen 1950er Jahren bis zur politischen Wende im Jahr 1989 nachvollziehbar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Auch am bundesdeutschen Grenzverlauf finden sich noch Zeugnisse der Grenzkontrolle.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Hier sind es in erster Linie Grenzmarkierungen sowie touristische Einrichtungen wie z.B. Aussichtst\u00fcrme, welche denkmalhistorisch in die Gesamt\u00fcberlegungen eingebracht werden sollten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Zu den oberirdischen und unterirdischen baulichen Zeugnissen im Verlauf der ehemaligen innerdeutschen Grenze gibt es zahlreiche Forschungsmaterialien und Publikationen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Im Zuge der umf\u00e4nglichen und tiefgr\u00fcndigen Denkmalforschungen am ehemaligen Verlauf der innerdeutschen Grenze und Berlin wurde bereits vor Jahren die Grenzlandbildstelle mit einem\u00a0 themenbezogenen Archiv realisiert. Durch die Er\u00f6ffnung digitaler Speicher- und Kommunikationsm\u00f6glichkeiten steht heute auch eine Grenzlanddatenbank zur Verf\u00fcgung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Praktischer Denkmalschutz sowie der Umgang mit der gewissenhaften Pflege am historischen Erbe der deutschen Teilung kann im Rahmen von F\u00fchrungen an ausgew\u00e4hlten musealen St\u00e4tten vermittelt werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Information hierzu unter: <a href=\"http:\/\/www.deutsch-deutsches-freilandmuseum.de\/\">www.deutsch-deutsches-freilandmuseum.de<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Gr\u00fcndung beider deutscher Staaten im Jahr 1949 wurde der Verlauf der Grenzziehung zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland die unverr\u00fcckbare Schnittstelle der unterschiedlichen Ost-West-Weltanschauungen. Im Jahr 1952 wurden bereits unter Nachdruck der Sowjetunion erste Sperranlagen auf dem <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/grenzdenkmale.de\/?page_id=20\">Weiterlesen\u00a0\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-20","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/grenzdenkmale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/20","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/grenzdenkmale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/grenzdenkmale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/grenzdenkmale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/grenzdenkmale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20"}],"version-history":[{"count":34,"href":"https:\/\/grenzdenkmale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/20\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3600,"href":"https:\/\/grenzdenkmale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/20\/revisions\/3600"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/grenzdenkmale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}